Hohoho - TA-Gedanken zum Fest: Mein Wunschzettel
- Marcus

- 23. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit

Ho ho ho — liebe TA-Elfen und -Wichtel im ganzen Land, versammelt euch um den virtuellen Kamin und öffnet mit mir einen ganz besonderen „Weihnachts-Wunschzettel für Talent Acquisition Teams“.
Ja, ihr habt richtig gehört: Dies ist kein Wunschzettel an den Weihnachtsmann (oder an das Christkind, je nachdem, welchem Flügel ihr euch zurechnet), sondern an all jene überforderten, Tech-begeisterten, Budget-gebannten und manchmal schlicht überhörten Menschen, die dafür sorgen, dass Unternehmen und Kandidat:innen sich endlich nicht mehr in absurde Schleifen verlieren.
Also: Schnappt euch Lebkuchen, zündet die Lichterkette an (nein, bitte nicht wörtlich nehmen...) — und lest, was ich mir für 2026 (oder spätestens den 1. Januar danach) für unsere TA-Welt wünsche.
Mein Wunschzettel an das TA-Christkind
1. Einen echten Hauch von Zauberei: KI-Agenten, bitte — aber mit Ethik und Verstand
In den letzten Jahren hat sich unsere Recruiting-Welt dramatisch verändert — mit KI auf Überholspur. Der neueste Trend: Unternehmen denken ernsthaft darüber nach, bald nicht nur Menschen, sondern auch autonome KI-Agenten einzustellen.
Mein Wunsch: Ich wünsche mir KI-Agenten, die uns TA-Teams nicht ersetzen, sondern unterstützen — mit Ethik-Brille, Transparenz und Sinn für Vielfalt. Kein „blindes Sieben von Lebensläufen“, sondern smarte Helfer, die uns beim Sourcing, bei der Vorauswahl und bei Routine-Tasks unterstützen, damit wir mehr Zeit für das Wesentliche haben: Menschen.
Aber: Die KI bekommt im Stocking nur eine Chance, wenn wir darauf achten, dass sie fair, transparent und diskriminierungsfrei arbeitet — und nicht einfach vorhandene Bias verstärkt. Eine verantwortungsvolle KI-Governance wäre das Mindestmass.
2. Ein glasklarer Blick auf Skills: Weg mit Lebenslauf-Elfenbeintürmen, her mit Skills-First
In 2025 haben viele Unternehmen erkannt: Es zählt nicht mehr unbedingt das Diplom, sondern was jemand wirklich kann. Skills-basiertes Hiring, „New-Collar“-Jobs, Praktisches über Pedanten-Diplome — das ist das neue Gold.
Mein Wunsch: Dass TA-Teams in 2026 mit dem Mut ausgestattet werden, Stellenanzeigen aufzuschreiben, die sagen: „Zeig uns, was du kannst — nicht, wo du warst.“ Mehr Gewicht auf Potenzial, Fähigkeiten und Einstellung, statt auf Titel, Studiengänge oder jahrelange „Drum-Herum-Akademie“.
Statt 10 Seiten Anforderungen mit 25 Checkboxen lieber: eine knackige Beschreibung mit klaren Must-Have-Skills — und dann schauen, wer in Wahrheit fit ist. Und zwar nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch.
3. Video- & E-Recruiting: Smooth, menschlich — und ohne Bewerber-Frust
E-Recruiting ist längst Standard: Bewerbermanagementsysteme, Online-Bewerbungen, Video-Interviews.
Mein Wunsch: Dass TA-Teams genug Budget und Freiheit bekommen, um Prozesse wirklich menschenfreundlich zu gestalten. Keine langen Formulare, keine automatischen Absagen aus dem 3-Monate-Archiv, sondern transparente, zügige Abläufe — und zwar für alle Kandidat:innen, also auch für jene, die es diesmal nicht geschafft haben. Denn schlechter Eindruck = verbrannte Brücke. Und ganz ehrlich: So viele Firmen klagen über Fachkräftemangel — da kann man es sich nicht leisten, Menschen mit einem schlechten Recruiting-Erlebnis zu vergraulen.
Und ja: Wenn Video-Interviews, Chatbots, Automatisierung — bitte — aber mit Humor, Menschlichkeit und einer Prise Wärme. Kein kaltes Roboter-Interview, nur weil der Bot Grade verfügbar war.
4. Wertschätzung und Erkenntnis: TA als strategischer Partner
Früher war Talent Acquisition oft etwas wie: „Oh — wir haben eine freie Stelle. Findet mal schnell jemanden.“ Heute: Der Markt ist hart, Fachkräfte rar und Anforderungen komplex. 69 % der Unternehmen haben laut aktuellen Berichten weiterhin Probleme, qualifizierte Vollzeitkräfte zu finden.
Mein Wunsch: Dass TA endlich dauerhaft an den strategischen Entscheidungen mitarbeitet — nicht nur: „Wir brauchen XY“. Sondern: „Wie sieht unsere Organisation in 2, 5, 10 Jahren aus? Wen brauchen wir dafür?“
Ich will, dass TA-Leiter:innen am Tisch sitzen — und gehört werden, nicht nur, um offene Stellen durchzugeben. Wenn wir schon mit KI, Skills und Employer Branding jonglieren, dann bitte mit einer klaren Roadmap, die zeigt: Talent Acquisition ist kein Kostenfaktor, sondern eine strategische Investition.
5. Flexibilität & Remote first — oder zumindest: Flexibilität first
2025 zeigt uns deutlich: Viele Talente wollen Flexibilität — remote, hybrid, flexible Arbeitszeiten, Blick auf Work-Life-Balance. Und wenn ein Unternehmen stur auf Präsenz besteht, wird’s schwer im Rennen um gute Leute.
Mein Wunsch: Dass TA-Teams ein bisschen Zauberkraft bekommen, um ordentliche Flex-Modelle durchzudrücken — auch wenn irgendwo im Vorstand noch geunkt wird: „Aber wir brauchen Kontrolle!“
Denn: Wenn die besten Leute lieber zu Firmen gehen, die ihnen Raum für Leben und Arbeit lassen — soll man das wirklich verhindern? Nein. Also her mit flexiblen Optionen: Remote, Hybrid, Teilzeit, Jobsharing — je nachdem, was am besten zur Rolle und zur Person passt.
6. Weiterbildung, Reskilling & interne Mobilität statt „Hire & Fire“
In vielen Unternehmen wird immer noch gerne auf "buy" statt "build" gesetzt: lieber extern besetzen, statt vorhandene Mitarbeitende zu entwickeln. Aber in Zeiten, in denen Skills schnell veralten und Kompetenzen neu gedacht werden, ist das ein gefährliches Spiel.
Mein Wunsch: Dass TA-Teams stärker mit Learning & Development und interner Mobilität kooperieren — um Potenziale zu entdecken, nachzubilden und weiterzuentwickeln.
Wenn jemand heute im Bereich A arbeitet, morgen aber genauso gut für den Bereich B passen könnte — why not? Lasst uns im Wortsinn wachsen, statt ständig nur extern zu suchen. Das schont Ressourcen, stärkt den Zusammenhalt und gibt Mitarbeitenden das gute Gefühl: „Hier kann ich mich entwickeln.“
7. Transparenz, Empathie & Kandidaten-Würde — auch für „Nein-Sager“
Ein grosser Teil der Sorgen in TA kommt nicht nur davon, dass gute Leute schwer zu finden sind, sondern auch davon, dass Recruiting oft unpersönlich wird. Bewerber:innen werden abgespeist, ignoriert oder mit langen Wartezeiten vertröstet.
Mein Wunsch: Dass wir uns in TA daran erinnern, dass hinter jedem Lebenslauf ein Mensch steckt — mit Hoffnung, Unsicherheit und Träumen. Auch wenn es „nur“ eine Absage gibt: Ein ehrliches Feedback, ein kurzer Dank, ein bisschen Menschlichkeit.
Wenn wir Recruiting als Teil der Candidate Experience begreifen — nicht nur als „Füller von Spalten“ — dann kann der Prozess selbst zu einem positiven Erlebnis werden. Und das zahlt sich aus — fürs Employer Branding, für den Ruf der Firma und vor allem: für unsere Menschlichkeit.
Bonus-Wünsche: Kleinigkeiten, die aber das Leben schöner machen
Ein TA-Weihnachtsmann mit Budget — für gute Tools, Weiterbildung, Events, vielleicht auch mal ein gemeinsames Glühwein-Meeting (virtuell oder live).
Mehr Zeit für Kreativität — damit TA-Teams nicht nur rekrutieren, sondern auch mitdenken, mitgestalten und Innovation treiben können.
Weniger Admin, mehr Impact — Tools, die Routineaufgaben übernehmen (z. B. KI-gestützte Vorauswahl, Terminplanung, Kommunikation), damit wir uns auf Strategie und Menschen konzentrieren können.
Ein Netzwerk von TA-Kolleg:innen, mit denen man sich austauschen kann — ohne Wettbewerbsdruck und mit Offenheit für Ideen, Geschichten, Erfolge und Misserfolge.
So, und wenn da jetzt noch was Wichtiges fehlt: Feel free to add. Schreibt es mir, mehr geht immer, oder?!
Warum das kein Wunschtraum bleiben darf
Weil wir uns in einer Zeit befinden, in der Fachkräfte rar sind, Anforderungen rasen und der Druck auf Unternehmen wächst — gleichzeitig erwarten Talente aber Flexibilität, Menschlichkeit, Sinn und Entwicklung.
TA kann nicht länger „nur“ Rekrutierung sein. Wir müssen strategisch, vorausschauend und empathisch denken — mit Tools, ja. Aber vor allem mit Menschen.
Wenn wir uns diese Wünsche wenigstens ein bisschen erfüllen, machen wir nicht nur unser eigenes Leben einfacher. Sondern wir helfen Unternehmen, besser zu werden — und Menschen, ihren Platz zu finden.
Mein fast letzter Gedanke in diesem Jahr
Wenn ich an mein Bild vom idealen TA-Team denke — dann sehe ich keine hektisch überforderten HR-Generalisten in grauem Büro, sondern einen Haufen leidenschaftlicher Möglichmacher:innen. Mit Mut zur Veränderung, mit Lust auf Technologie, aber auch mit Herz für Individualität. Menschen, die dafür sorgen, dass Teams wachsen. Karrierewege entstehen. Chancen entstehen.
Also, liebes TA-Christkind (oder wer auch immer gerade Budget und Entscheidungsmacht hat): Lies diesen Wunschzettel, nimm ihn ernst — und bring uns 2026 ein bisschen näher an dieses schöne Bild.
Frohe Feiertage, entspannte Bewerbungsgespräche und einen Recruiting-freien Heiligen Abend wünsche ich euch!
In diesem Sinne: Auf dass wir 2026 weniger CV-Chaos, mehr echte Gespräche und ein paar KI-Agenten mit Persönlichkeit erleben.
Euer Marcus
(geschrieben mit Glühwein in der Hand und Visionen im Kopf)








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