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Prosit Neujahr - Gute Vorsätze für TA-Teams 2026

  • Autorenbild: Marcus
    Marcus
  • 31. Dez. 2025
  • 4 Min. Lesezeit

(oder: Was wir ab sofort nicht mehr sehen wollen — und was wir endlich besser machen dürfen)



Nach dem Wunschzettel kommt jetzt die Pflicht: Wer was kriegt, muss auch was liefern.

Hier meine Vorschläge für ein erfolgreiches 2026 in Talent Acquisition:


1. Schluss mit den kryptischen Stellenanzeigen – wir sprechen jetzt wieder „Mensch“


Wir nehmen uns fest vor, in 2026 endlich keine Stellenanzeigen mehr zu formulieren, als würden wir Ersatzteile für einen Teilchenbeschleuniger suchen.


Also keine Formulierungen wie:


  • "Der/die ideale Kandidat:in hat 12 Jahre Erfahrung" in einer Technologie, die es seit drei Jahren gibt.

  • „Du bringst Leidenschaft für dynamische, volatile Märkte mit.“ (Nein, niemand ist leidenschaftlich für Volatilität, danke.)


Neujahrsvorsatz:

👉 Wir schreiben Anzeigen, die Menschen verstehen — und vielleicht sogar mögen.

👉 Wir sagen ehrlich, was wirklich wichtig ist.

👉 Wir tun so, als wäre Employer Branding ein Teil der Realität und nicht einer PowerPoint-Präsi aus 2019.



2. Nie wieder „Ghosting“! Nicht bei Bewerber:innen, nicht bei Fachbereichen – einfach nie wieder


2025 war das Jahr, in dem wir alle offiziell kapituliert haben:

Ghosting gibt es nicht nur bei Bewerber:innen, sondern auch bei Hiring-Managern, Führungskräften und manchmal sogar im eigenen Team.


2026 sagen wir: Damit ist Schluss!


Neujahrsvorsatz:

👉 Jede:r bekommt eine Antwort.

👉 Jede:r bekommt ein Update.

👉 Und wenn ein Fachbereich uns mal wieder zwei Wochen ignoriert, dann setzen wir eine Erinnerung auf „täglich nerven“.


Wir schwören feierlich: Wir werden kommunizieren wie erwachsene Menschen.



3. Wir lernen endlich, KI nicht nur zu besitzen, sondern sinnvoll zu nutzen


Wir alle haben 2025 mindestens drei neue Tools eingeführt, zwei wieder abgeschaltet und eins vergessen zu konfigurieren.


2026 machen wir es besser.


Neujahrsvorsatz:

👉 Wir nutzen KI nicht für das Chaos, sondern für die Klarheit.

👉 Wir delegieren Routine und behalten die Menschlichkeit.

👉 Wir lernen prompten, statt den Chatbot nach 2 Wochen wieder „zu deaktivieren, weil er Dinge tat, die beunruhigend waren“.


KI wird nicht unser Ersatz — aber unser Sidekick. So wie Robin für Batman.

(Und wir alle wissen, dass TA Batman ist. Natürlich.)



4. Feedbackkultur 2.0 — konstruktiv, ehrlich, schneller als ein Bewerber*innen-Absprung


Wenn Bewerber:innen schneller abspringen, als wir Feedback sammeln können, liegt ein Systemproblem vor.


2026 wird das Jahr, in dem wir uns angewöhnen:


Neujahrsvorsatz:

👉 Bewerberfeedback direkt nach dem Interview

👉 Managerfeedback, bevor wir die dritte Eskalation starten

👉 Teamfeedback zu Prozessen, noch bevor sie völlig implodieren


Und nein, „läuft gut“ ist kein Feedback.

Und ja, wir hören ab sofort auch auf die Fachbereiche — manchmal zumindest.



5. Wir lernen, „Nein“ zu sagen – höflich, aber bestimmt


Ein TA-Klassiker:

„Könnten wir die Rolle erweitern?“

„Könnten wir bitte 6 Jahre Erfahrung für einen Junior?“

„Können wir das heute noch veröffentlichen?“

„Kann der Recruiting-Prozess bitte einfach so um 5 Schritte länger werden?“


2026 sagen wir: Nein.

Mit Haltung. Mit Humor. Mit fachlicher Begründung.


Neujahrsvorsatz:

👉 TA ist nicht Erfüllungsgehilfe, sondern strategischer Partner.

👉 Wir beraten.

👉 Wir lenken.

👉 Und wir nicken nicht automatisch, nur weil jemand „dringend“ sagt.



6. Wir behandeln unsere Talentpools wie echte Schätze – nicht wie alte Dropbox-Ordner


2026 räumen wir auf.

Wir graben tief.

Wir strukturieren.

Wir taggen.

Wir bauen Talentpools, die leben, statt irgendwo zu verstauben.


Neujahrsvorsatz:

👉 Eingelagerte Talente wieder aktivieren

👉 Skills statt PDFs suchen

👉 Candidate Relationship Management wirklich nutzen


Denn Hand aufs Herz: Die besten Talente sind oft schon da — wir finden sie nur gerade nicht.



7. Wir priorisieren Qualität statt Geschwindigkeit (oder zumindest beides in vernünftigem Verhältnis)


Wir wissen: „Time-to-Hire“ ist wichtig. Aber „Right-Hire“ ist wichtiger.

Also: 2026 wird das Jahr der guten Entscheidungen, nicht der blinden Eile.


Neujahrsvorsatz:

👉 Keine Hauruck-Einstellungen nur wegen KPIs

👉 Mehr Sorgfalt bei Matching & Skills

👉 Und ja, ab und zu ein zweites Gespräch, wenn wir uns nicht sicher sind


Recruiting soll kein Glücksspiel sein.

(Wenn doch, würde TA schon lange Roulette moderieren.)



8. Wir investieren in uns selbst – Weiterbildung ist kein „Nice to have“, sondern Pflicht


2026 wird das Jahr, in dem TA-Teams nicht nur andere Menschen weiterbringen, sondern auch sich selbst.


Neujahrsvorsatz:

👉 Wir lernen: KI, Sourcing, Talent Intelligence, Storytelling

👉 Wir entwickeln: Beratungskompetenz, Coaching, Marktverständnis

👉 Wir fordern: Budget für Trainings (und eine gute Kaffeemaschine, seien wir ehrlich)


TA ist eine Profession — kein Zufallsergebnis.


9. Wir arbeiten enger mit Fachbereichen zusammen — und zwar auf Augenhöhe


Wir hören auf mit:

„Könnt ihr mal bitte …“

„Wir brauchen dringend, aber …“


Sondern:

„Lasst uns gemeinsam überlegen.“


2026 wird das Jahr der Co-Creation.


Neujahrsvorsatz:

👉 Realistische Profile gemeinsam definieren

👉 Erwartungsmanagement statt Wunderfantasien

👉 Regelmässige Syncs statt Feuerlöschen


TA + Fachbereich = Dreamteam.

(Okay, zumindest manchmal.)



10. Und zum Schluss: Wir behalten uns den Humor – auch wenn’s mal brennt


Recruiting kann anstrengend sein.

Es kann chaotisch sein.

Es kann manchmal fast absurd sein.


Aber: Es ist auch ein Job, der Menschen Chancen eröffnet, Teams stärkt, Unternehmen formt. Für mich der geilste Job der Welt.


Darum lautet der wichtigste Vorsatz:


👉 Wir bleiben menschlich.

👉 Wir bleiben neugierig.

👉 Wir lachen über die Dinge, die wir nicht ändern können — und ändern die, über die wir nicht mehr lachen wollen.



Auf ein grossartiges TA-Jahr 2026!


Mit weniger Stress, mehr Struktur.

Mit weniger Chaos, mehr Klarheit.

Mit weniger „Huch, der Prozess ist explodiert“, mehr „Läuft bei uns“.


Und natürlich:

Mit vielen guten Menschen, die wir finden, begeistern und gewinnen.


In diesem Sinne:

Prosit neues TA-Jahr!

✨ Mögen eure Talentpipelines nie leer sein und eure Hiring Manager stets erreichbar. ✨

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