Was ist GEO – und warum ist das für Recruiting-Marketing so wichtig?
- Marcus

- 7. Jan.
- 4 Min. Lesezeit

Die digitale Welt verändert sich schneller, als viele Recruiting-Teams hinterherkommen. Während sich über ein Jahrzehnt hinweg alles um Suchmaschinenoptimierung (SEO) drehte, stehen wir heute an der Schwelle zu einem neuen Konzept: Generative Engine Optimization (GEO).
GEO beschreibt die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Antwortmaschinen wie ChatGPT, Google AI Overviews, Perplexity oder Microsoft Copilot. Diese Tools werden zunehmend zur primären Informationsquelle für Jobsuchende — und damit zum neuen Spielfeld für Reichweite, Sichtbarkeit und Employer Branding.
Doch was genau bedeutet GEO im Recruiting-Kontext? Und was müssen Recruiting-Marketing-Verantwortliche tun, damit ihre Stellenanzeigen und Karriereseiten auch in einer KI-dominierten Suchwelt sichtbar bleiben?
SEO vs. GEO – ein grundlegender Unterschied
SEO optimiert Inhalte für klassische Suchmaschinen. Menschen geben Suchbegriffe ein, erhalten Listen von Links — und klicken sich durch die Ergebnisse.
GEO hingegen optimiert Inhalte für Systeme, die keine Linklisten, sondern direkte Antworten liefern. KI-Assistenten analysieren das Web, generieren eine Antwort – und erwähnen dabei nur die Inhalte, die für sie als besonders relevant, gut strukturiert und vertrauenswürdig gelten.
Recruiting-Marketing steht daher vor einer neuen Herausforderung:
Wie sorgen wir dafür, dass KI-Systeme unsere Jobs, unsere Employer-Branding-Botschaften und unsere Karriereseiten in ihren Antworten berücksichtigen?
Wer GEO ignoriert, riskiert, in einer Welt der KI-Antworten unsichtbar zu werden.
Warum GEO für Recruiting und Employer Branding entscheidend wird
1. Das Nutzerverhalten verändert sich radikal
Statt „Jobs in Zürich Software Engineer“ in Google einzugeben, fragen Bewerber:innen heute: „Welche Software-Engineering-Jobs sind in Zürich aktuell attraktiv und warum?“
Eine klassische Suchmaschine liefert Links. Ein KI-Assistent liefert eine kurze Auswahl an passenden Arbeitgebern. Nur wer GEO-optimierte Inhalte hat, wird dort genannt.
2. Neue Sichtbarkeitskanäle entstehen
Jobbörsen und Google Jobs bleiben wichtig, aber KI-Antwortmaschinen bieten eine zusätzliche, oft noch unerschlossene Quelle für Reichweite. Sie können Unternehmen empfehlen, Jobzusammenfassungen erstellen oder bestimmte Arbeitgeber hervorheben. GEO entscheidet, ob Sie darin vorkommen – oder ob Wettbewerber die Aufmerksamkeit erhalten.
3. Employer Branding profitiert enorm
KI-Systeme bevorzugen Inhalte, die …
strukturiert,
authentisch,
gut erklärend,
vertrauenswürdig
… sind.
Wenn ihr solche Inhalte auf eurer Website bereitstellt, stärkt ihr nicht nur GEO, sondern auch eure Employer-Branding-Wirkung.
4. Zukunftssicherheit
Die Suche nach Jobs wird sich weiter in Richtung KI-gestützter Systeme bewegen. GEO ist daher keine Trendspielerei, sondern eine strategische Investition in langfristige Reichweite.
Was müssen Recruiting-Marketing-Verantwortliche konkret tun?
Damit Stellenanzeigen und Karriereinhalte auch in der KI-Suchlandschaft sichtbar sind, solltet ihr also folgende Massnahmen umsetzen. Diese fünf Schritte könnt ihr sofort umsetzen:
Tipp 1: Inhalte im Q&A-Format erstellen
KI-Systeme lieben Inhalte, die Fragen klar beantworten.
Für die Karriereseite, Rollenbeschreibungen oder Blogartikel bedeutet das:
Typische Bewerberfragen als Zwischenüberschriften formulieren.
Beantwortet diese dann präzise, verständlich und strukturiert.
Beispiele:
„Wie sieht der Bewerbungsprozess bei uns aus?“
„Welche Skills sind für die Rolle wichtig?“
„Warum arbeiten Mitarbeitende gerne bei uns?“
So schafft ihr Inhalte, die KI-Modelle besonders gut verarbeiten können — und die Kandidat:innen wirklich weiterhelfen.
Tipp 2: Strukturiert schreiben – mit klaren Überschriften, Listen und Abschnitten
Je strukturierter der Inhalt, desto einfacher kann eine KI ihn herausfiltern und in Antworten integrieren.
Das bedeutet konkret:
Überschrifthierarchie (H1, H2, H3) konsequent nutzen
Bullet-Points und nummerierte Listen einbauen
Text in kurze Abschnitte gliedern
Wichtige Aussagen klar hervorheben (nicht verstecken!)
Beispiel für eine GEO-freundliche Struktur:
Was macht diesen Job besonders?
Direkte Verantwortung für …
Klare Entwicklungsmöglichkeiten …
Zusammenarbeit mit …
KI-Systeme erkennen dadurch schneller: „Dies ist ein relevanter Abschnitt über die Vorteile dieser Stelle.“
Tipp 3: Vertrauen durch Authentizität stärken (Trust-Signals)
Kandidierende – und KI-Antwortsysteme – bevorzugen glaubwürdige Arbeitgeber. Deshalb solltet ihr auf eurer Website Trust-Elemente einbauen:
Mitarbeiter-Testimonials
Zitate aus Kununu/Glassdoor (einbettbar!)
Case Studies oder Erfahrungsberichte
Fotos und Videos aus dem Arbeitsalltag
Zertifikate, Awards, Branchenpreise
Diese Signale erhöhen nicht nur die Glaubwürdigkeit gegenüber KI-Modellen, sondern steigern auch Ihre Conversion-Rate im Recruiting.
Tipp 4: Inhalte regelmäßig aktualisieren
Veraltete Inhalte haben in einer KI-gestützten Welt kaum Chancen. Regelmässige Aktualisierungen sind daher ein "must do":
Benefits
Jobbeschreibungen
Unternehmensinformationen
Prozesse
Zahlen & Fakten
Tipp: Erstellt euch eine monatliche Aktualisierungsroutine, z. B. in Form einer Content-Checklist. KI-Systeme (und auch Jobsucher:innen ;-)) bevorzugen Websites, auf denen ersichtlich ist: Dieser Arbeitgeber ist aktiv und up to date.
Tipp 5: Präsenz auf Drittplattformen ausbauen
KI-Modelle ziehen Informationen aus vielen Quellen. Wenn euer Unternehmen auf verschiedenen externen Plattformen erwähnt oder vorgestellt wird, erhöht sich seine Sichtbarkeit.
Potenzielle Orte:
Fachblogs
Branchenportale
lokale Medien
LinkedIn-Artikel
Bewertungen auf Kununu oder Glassdoor
Partnerseiten
Je öfter euer Unternehmen im digitalen Raum glaubwürdig erwähnt wird, desto häufiger taucht es in KI-Antworten auf.
Praktische Beispiele für GEO-optimierte Recruiting-Inhalte
1. Eine GEO-optimierte Stellenanzeige könnte enthalten:
eine FAQ-Sektion
klar strukturierte Aufgaben & Anforderungen
einen Abschnitt „Warum diese Rolle wichtig ist“
ein Zitat aus dem Team
eine Zusammenfassung der Benefits in Bullet-Points
2. Eine GEO-optimierte Karriereseite könnte beinhalten:
Q&A-Elemente
authentische Bilder
strukturierte Überschriften
klare Employer-Branding-Botschaften
aktuelle Informationen zu Projekten und Initiativen
3. Ein GEO-optimierter Recruiting-Blog könnte behandeln:
„Wie wir Entwickler:innen einstellen“
„Was neue Mitarbeitende in den ersten 90 Tagen erleben“
„So fördern wir Weiterbildung und Karrierewege“
Alle diese Inhalte liefern KI-Systemen hochwertige, wiederverwendbare Textbausteine.
Fazit: GEO ist die nächste Evolutionsstufe im Recruiting-Marketing
Wir stehen an einem Wendepunkt. Während SEO weiterhin wichtig bleibt, wird GEO in den kommenden Jahren entscheidend sein, um Talente zu erreichen.
Die KI-gestützte Suche wird immer stärker zur primären Informationsquelle – und nur Unternehmen, die darauf vorbereitet sind, werden in den Antworten sichtbar bleiben.
Die gute Nachricht:
GEO ist kein Hexenwerk. Mit strukturierten Inhalten, klaren Antworten, regelmäßigen Updates und authentischem Employer Branding können Recruiting-Teams heute den Grundstein für langfristige Sichtbarkeit legen.
Wer jetzt handelt, hat einen enormen Vorteil.
Wer wartet, riskiert in der zukünftigen Talentlandschaft die Unsichtbarkeit.









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